Holzschutz ohne Gift

Holz gehört seit Menschengedenken zu den wichtigsten Materialien, die für die Herstellung von Werkzeugen, Waffen, Fahrzeugen, Stallungen, Wohnhäuser und andere Gebäude verwendet wurden. Im Gegensatz zum Alpenraum oder skandinavischen Ländern beschränkt sich sein Einsatz hierzulande weitgehend auf die Konstruktion von Dachstühlen. Zu den hervorragenden Eigenschaften von Holz gehören das gute Wärmedämmvermögen, ein geringes Raumgewicht sowie die hohe Festigkeit. Im gewissen Maße kann Holz auch Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, ohne, dass bleibende Schäden entstehen.

Den positiven Eigenschaften steht jedoch ein Nachteil gegenüber: Holz kann von Insekten oder Pilzen befallen werden, die oft jahrzehntelang unentdeckt ihr zerstörerisches Werk verrichten. In manchen Fällen wird der Abriss ganzer Gebäude notwendig. Verschiedene Holzschutzmaßnahmen können dem Befall vorbeugen oder ihn bekämpfen. Die bekanntesten Mittel sind Teerölpräparate, z.B. Carbolineum, sowie chemische Substanzen, z.B. Lindan oder Pentachlorphenol (PCP). Letzteres ist aber aufgrund seiner extrem gesundheitsschädigenden Wirkung auf dem bundesdeutschen Mark nicht mehr zugelassen. Inzwischen haben andere Mittel und Verfahren an Interesse gewonnen. Eine schadstoffarme Methode zur Bekämpfung von akutem Insektenbefall ist das Heißluftverfahren. Aus diesem Grund wurde im Jahr 1989 das Umweltzeichen "Blauer Engel" für thermische Verfahren (Heißluftverfahren) zur Bekämpfung holzzerstörender Insekten beschlossen.


Quellennachweis: Informationen über Heißluftverfahren aus Umwelt-Produkt-Info-Service, "Schadstoffarme Bekämpfung von Holzschädlingen", Nr.13/Februar 1993